
Statue der Vestalin Coelia Concordia
Lokalisierung
Standort:
Inventarnummer:
115
Herstellung
Datierung:
flavisch-trajanische Kopie nach römischen Vorbild des 4. Jh. v. Chr.
Beschreibung
Abmessungen:
Höhe ohne Plinthe: 172 cm; Höhe der Plinthe: 13,5 cm
Erhaltungszustand:
fragmentiert; ergänzt: Kopf, die ganze Partie der Brust und der rechten Schulter, soweit sie mit dem Tuch bedeckt sind, die obere Partie der linken Schulter und des Nackens, der rechte Unterarm mit Hand und Flöte und einem Teil des Oberarms, linke Hand mit Maske, Teile der Falten, die Vorderteile beider Füße, Basis; das große Medaillon ist besonders gearbeitet und angesetzt
Quelle:
Arachne
Beschreibung:
Weibliche Figur mit linkem Stand- und rechten seitlich abgewinkelten Spielbein; der rechte Arm ist am Körper herabgesenkt, während der linke angewinkelt und ab dem Unterarm nach vorne ausgestreckt ist. Sie trägt einen ungegürteten Chiton mit Halbärmeln und einen Mantel, der über die rechte Hüfte nach vorne genommen und über den linken Arm geworfen ist. Auf der Brust wird ein großes Tuch mit einem Medaillon zusammengefasst.
Auffindung
Datierung:
1591
Anmerkung:
1591 in Rom in der Vigna der Familie Cesi auf dem Esquilin gefunden: „rep(er)ta […] in hortis vel vinea De Caesis in Esquilinis p(ro)xime Basilica S(anctae) Mariae Maioris anno D(omini) 1591.“ (Pesaro, Biblioteca Oliveriana, Ms. 59, fol. 233 r, BAV, Vat. Lat. 10545, fol. 52 v und BnF, NAL 2343, S. 54 nach Philips van Winghe, der von 1589 bis 1592 in Rom weilte [Schuddeboom: Philips van Winghe (1560 - 1592). En het ontstaan van de christelijke archeologie, Leiden 1996, S. 38, 53]).
Provenienz
Datierung:
1714
Anmerkung:
seit 1714: Rom, Palazzo Colonna, Inventar von 1714 (Arndt, Amelung 1893-1947)
Allgemeiner Kommentar
Kommentar:
Die Statue ist stark ergänzt und als Muse überarbeitet. Zu der Statue gehörte ursprünglich ein heute verlorener Sockel, dessen Inschrift den Namen der Priesterin Coelia Concordia sowie den Namen der Stifterin, der Ehefrau des Vettius Agorius Praetextatus, überlieferte.
Amelung ist die Identifizierung der 1591 auf dem Esquilin gefundenen Statue als Darstellung einer Vestalin zu verdanken. Die Identifizierung wurde durch zwei detaillierte, unmittelbar nach dem Fund angefertigte Reproduktionen der Statue ermöglicht. Der von Graevius veröffentlichte Stich zeigt zudem eine Rückansicht der Statue. Hinter dem Nacken sind die Enden von vier vittae erkennbar, den für die Tracht der Vestalinnen charakteristischen Binden. Dieser Bereich ist heute stark restauriert. Im Nackenbereich rechts von der Figur scheinen jedoch Spuren von Meißelarbeit erhalten zu sein. Offenbar wurden die Enden der vittae entfernt, da sie im Zusammenhang mit dem vom Restaurator eingesetzten Kopf nicht mehr sinnvoll erschienen. (Carinci 1990, mit Verweis auf Arndt, Amelung 1893-1947 und Graevius 1669)
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Nachweise
Arndt, Amelung 1893-1947, Serie IV (1899), S. 42-43, Kat.-Nr. 1147
