
Rundbasis mit Feier der antoninischen Dynastie
Lokalisierung
Sammlung:
Inventarnummer:
inv. MC 3320
Sammlungseingang:
1971
Herstellung
Datierung:
Mitte 2. Jh.
Beschreibung
Abmessungen:
Höhe: 109 cm, Durchmesser, unten: 143 cm, Durchmesser, oben: 139 cm
Erhaltungszustand:
fragmentiert; zwei Figuren fehlen vollständig, die übrigen sind mehr oder weniger beschädigt, v.a. die Gesichter
Quelle:
Arachne
Beschreibung:
Die Rundbasis gliedert sich in einen mehrfach profilierten Sockel, einer reliefierten Trommel mit ursprünglich insgesamt 10 Figuren und einer ebenfalls profilierten Deckplatte. Die Deckplatte weist ein mit Blei gefülltes Loch auf. Falls es sich um die originale, antike Deckplatte handelt, suggeriert dies, dass die Basis vormals von einer Metallstatue bekrönt wurde. Entlang der Trommel gibt es zwei rechteckige Löcher, aus denen zwei Figuren herausgemeißelt wurden. Zwischen diesen befindet sich ein Togatus. Rechts von ihm folgt auf die Leerstelle ein weiterer, aber größerer und bärtiger Togatus, der sich nach rechts wendet und seine rechte Hand nach links von sich streckt. Claridge und Dodero schlagen für diese und die weiteren Figuren folgende Identifizierungen vor: Bei dem bärtigen Togatus handelt es sich vermutlich um den Kaiser Antoninus Pius, bei der fehlenden Figur links von ihm würde es sich folglich um seinen Adoptivsohn Marcus Aurelius handeln, während der noch erhaltene, kleinere Togatus vermutlich Antoninus Pius‘ zweiten Adoptivsohn Lucius Verus darstellen sollte. Antoninus Pius wird zu seiner Rechten von der Göttin Juno Sospita, erkennbar an ihrem archaischen Gewand und ihrer Kopfbedeckung in Form eines Ziegenfells, begleitet. Ihr folgt Virtus mit einem geflügelten Helm und daher vielleicht dargestellt als Merkur. Ihm ist ein bärtiger Togatus mit einem von einer Büste bekrönten Szepter in der linken Hand und ausgestrecktem rechten Arm zugewandt. Bei diesem handelt es sich vermutlich um den Genius des Römischen Senats. Die nackte, männliche, bartlose Figur mit Schild zu seinem Füßen und kurzem Militärumhang über der linken Schulter rechts des Genius stellt vermutlich Honos (Ehre) dar, der normalerweise Virtus in einer Hand balanciert. Das Diadem der auf darauffolgenden in Tunika und Palla gekleideten, weiblichen Figur zeichnet sie entweder als Venus oder Kaiserin Faustina die Ältere aus. Zwischen ihr und der zweiten Leerstelle befindet sich ein halbnackter, geflügelter Siegesgott.
Provenienz
Institution:
Datierung:
1589 - 1592
Anmerkung:
"In aedibus Mutii Cini ad S(anctum) Marcu(m) In Grutta Ferrata": Bibl. Angelica Ms. 1564, Fol. 21 r und BnF, NAL 2343, S. 50 nach Philips van Winghe, der von 1589 bis 1592 in Rom weilte (Schuddeboom: Philips van Winghe (1560 - 1592). En het ontstaan van de christelijke archeologie, Leiden 1996, S. 38, 53). Laut Claridge, Dodero verblieb die Basis dort bis 1646 (Claridge, Dodero 2022, Bd. 2, S. 669, Nr. 419).
Datierung:
1715 - 1730
Anmerkung:
Census anhand von Topham Album Bm. 8, Nr. 94-97. Laut Claridge, Dodero befand sie sich dort bis 1971 (Claridge, Dodero 2022, Bd. 2, S. 669, Nr. 419).
