Musensarkophag Mattei

Lokalisierung

Inventarnummer:
80711
Sammlungseingang:
Überweisung; 1923

Herstellung

Datierung:
4. V. 3. Jh. n. Chr.
Material:

Klassifikation

Sachbegriff:
Klassifikation:

Beschreibung

Abmessungen:
265 x 129 x 130 cm
Erhaltungszustand:
fragmentiert; Deckel fehlt. Bis auf die mittlere Figur fehlen auch die Köpfe der Musen an der Front; die linke Hand Eratos, rechter Arm Melpomenes, rechter Unterarm und Teil der Kithara Terpsichores fehlen. Die Reliefoberfläche ist bestoßen.
 
Quelle: 
Arachne
Beschreibung:
Kasten eines Säulensarkophags des kleinasiatischen Typus; auf der Vorderseite fünf Musen in Nischen mit Halbkreisbögen auf spiralförmig gerifelten Säulen, die auf einem niedrigen Postamenten stehen. In der Mittelnische steht Euterpe, die die beiden Tibiae zusammengenommen hat und mit beiden Händen schräg vor den Körper hält. Zu beiden Seiten von ihr stehen die theatralischen Musen: links Melpomene mit der tragischen Maske und der Keule (von der aber nur das untere Ende erhalten ist) sowie rechts Thaleia mit der komischen Maske und dem Krummstab (von dem nur noch ein Rest in ihrer linken Hand erhalten ist). In den beiden äußersten Nischen befinden sich die beiden saitenspielenden Musen; links Erato, deren Kithara neben ihrem linken Bein an der Säule lehnt und mit dem Plektron in der rechten Hand. Den rechten Abschluss der Vorderseite bildet Terpsichore, die ihren linken Fuß auf eine Buchrolle auf dem Säulenpostament gesetzt hat. Auf dem linken Knie stützt sie mit der linken Hand die Leier und mit der rechten (abgebrochenen) Hand ist sie im Begriff die Saiten mit einem Plektron anzuschlagen.Auf den Nebenseiten befinden sich jeweils drei Nischen mit Hufeisenbögen auf ebenfalls spiralförmig gerifelten Säulen, die auf einer Art Podium stehen. In der Mittelnische steht jeweils ein Dichter: Auf der rechten Seite ist dieser in Schrittstellung und stützt sich dabei auf einen Knotenstock. Links von ihm steht Urania, die mit der rechten Hand auf die Weltkugel in ihrer linken Hand zeigt. In der rechten Nische ist Polyhymnia, gestützt auf einen Pfeiler, dem Dichter zugewandt. Auf der linken Nebenseite steht in der linken Nische Kleio mit einem Täfelchen in der linken Hand und die Rechte in einem Sprechgestus erhoben. Der Dichter in der Mittelnische ist nahezu frontal, in ponderierter Haltung dargestellt; sein Kopf ist der Muse zu seiner Linken zugewandt. Bei dieser muss es sich um Kalliope handeln, die außer einer Schriftrolle in der linken Hand keine weiteren Attribute hat.
 

Provenienz

Datierung: 
1457 - 1501
Anmerkung: 
Census anhand des Taccuino del viaggio des Franscesco di Giorgio Martini, inv. 326 A r und Codex Wolfegg, fol. 45 v.
Ort:
Datierung: 
1589 - 1592
Anmerkung: 
Rom, Haus des Kardinal Prospero Santacroce, „in aedibus Cardinalis S(anctae) Crucis apud Iudaeos Iuvenalis“: Bibl. Angelica Ms. 1564, Fol. 7 v, BAV, Vat. Lat. 10545, Fol. 31 v-32 r und BnF, NAL 2343, S. 46 nach Philips van Winghe, der von 1589 bis 1592 in Rom weilte (Schuddeboom: Philips van Winghe (1560 - 1592). En het ontstaan van de christelijke archeologie, Leiden 1996, S. 38, 53).
Datierung: 
1598 - 1923
Anmerkung: 
Von Ciriaco Mattei im März 1598 erworben und 1614 in seinem Testament erwähnt. Obwohl die Villa Celimontana im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Besitzer hatte, verblieb der Sarkophag dort bis er 1923 dem Thermenmuseum zugewiesen wurde (Wrede 2024, S. 507-508).

Nachweise

Bibliographie:
Wegner 1966, S. 50-51, Kat. Nr. 128
 
Giuliano 1985, S. 51-57, Kat.-Nr. II, 2
 
Claridge, Dodero 2022, Bd. 1, Kat.-Nr. 192-194
 
Wrede 2024, S. 506-508, Kat. Nr. 231-231a
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