Glasschüssel aus Chorasan

Lokalisierung

Inventarnummer:
Inv. N. 117
Alte Inventarnummer:
Tesoro 140

Herstellung

Datierung:
9.-10. Jahrundert
Material:

Überarbeitung

Anmerkung:
Der Aufsatz sowie die Emailarbeiten wurden nachträglich angefertigt. Bei den Emailarbeiten handelt es sich um byzantinische Arbeiten aus dem 11. Jahrundert. Die ursprüngliche Verwendung dieser ist unklar. (M. E. Frazer)

Klassifikation

Beschreibung

Abmessungen:
D: 18,60 cm, H: 6,00 cm
Inschriften:
[Inschrift]
Platzierung:
auf der Unterseite der Schale
Anmerkung:
Ortsangabe
Beschreibung:
umlaufend reliefierte Glasschale aus opakem, türkisfarbenen Glas; Relief: fünf Felder mit je einem nach links gewandtem, laufenden Hasen; Unterseite mit kufischem Schriftzug; die Schale wird von einer vergoldeten Metallarbeit eingefasst; schmaler, glatt gearbeiteter Fuß; fünf schmale, fein ornamentierte Bänder verbinden den Fuß mit dem breiten, reich verziertem Goldaufsatz; Aufsatz: über jedem Feld der Glasschale befinden sich drei quadratische Schmuckfelder, wovon die beiden außen liegenden mit bunten Edelsteinen besetzt sind; das innere Feld schmückt eine bunte Emailarbeit; die Schmuckfelder werden von filigranen, tordierten Goldbändern gerahmt; der innenliegende Teil des Aufsatzes ist ebenso in fünf Felder unterteilt, wovon jedes Feld mit einem feinen, ornamentalem Relief versehen ist
 

Allgemeiner Kommentar

Kommentar:
Der kufische Schriftzug auf der Unterseite der Schale wurde mit "Khorasan" (historisches Gebiet in Zentralasien) übersetzt. (C. Kane) Bei der Zuschreibung der Zeichnung im Album des Pereisc zu dem betreffenden Objekt handelt es sich um eine Annahme, die auf Grundlage der stilistischen Charakteristika des dargestellten Objektes vorgenommen wurde. Der Vergleich mit weiteren Zeichnungen derselben Hand (siehe Thesaurus-IDs 1733492 und 1733498) zeigt, dass die dargestellten Objekte überwiegend grob und nur bedingt detailgetreu wiedergegeben sind. So verdeutlicht beispielsweise der Objekt-Bild-Vergleich zwischen der Zeichnung (Thesaurus-ID 1733498) und der Achatamphore aus dem Schatz von San Marco (Thesaurus-ID 1748905), dass sowohl die Proportionen des Objektes nur verzerrt wiedergegeben als auch dessen charakteristische Materialeigenschaften nur eingeschränkt erfasst wurden. Diese Beobachtung legt nahe, dass auch die Zeichnung der Glasschale nicht zwangsläufig sämtliche objektspezifischen Merkmale getreu wiedergibt. So fehlen beispielsweise die Reliefierung der Schale sowie einige Details des vergoldeten Aufsatzes.
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Nachweise

Bibliographie:
Montfaucon 1702, S. 52
 
Il Tesoro di San Marco, 1971, S. 103-104, Kat.-Nr. 117, Taf. LXXXIX, XC (K. Erdmann)
 
The Treasury of San Marco Venice, 1985, S. 209-213, Kat.-Nr. 29 (C. Kane, M. E. Frazer)
Objekt in anderem Datenbestand: