Dionysischer Wannensarkophag

Lokalisierung

Inventarnummer:
10854
Sammlungseingang:
Kauf; 1983

Herstellung

Datierung:
160 n. Chr. - 170 n. Chr.
Material:
Anmerkung:
Census

Klassifikation

Sachbegriff:
Klassifikation:

Beschreibung

Abmessungen:
Höhe: 84 cm; Länge: 222 cm
Erhaltungszustand:
fragmentiert; wieder zusammengesetzt; zahlreiche Fehlstellen. Neuzeitliche Rezeption zeigt den Sarkophag fragmentiert und/oder in Einzeldarstellungen. Der Zeitpunkt der modernen Zusammensetzung ist nicht bekannt.
 
Beschreibung:
umlaufend reliefierter, lenos-förmiger Wannensarkophag; auf der Frontseite zentral der Gott Bacchus, der sich an einen Satyr lehnt; rechts davon schließt sich ein weiterer Satyr mit nacktem Oberkörper an, der weitestgehend von einer tanzenden Mänade verdeckt wird. Bacchus ist nach links gegen zwei zu ihm strebende Musikanten gewendet. Nach links schließt eine kleinere Mänade mit fragmentierten Kopf die zentrale Szene ab. Zu ihren Füßen sitzt ein Satyrknabe auf einen springenden Panther, der den Blick auf einen Korb (cista mystica) mit Schlange freigibt. Der Satyrknabe trägt das Riemengeflecht und die Gamaschen eines Schellenmannes, eines speziellen Musikanten im bacchischen Kult. Unter dem linken Löwenkopf zwei bocksbeinige Panfiguren mit Ziege. Links neben ihnen wendet sich ein nackter, bärtiger und Cithara-spielender Silen dem Geschehen auf der Wannenrundung zu. Unter der rechten Löwenmaske abermals mehrere Satyrn und Pan um eine Ziege; über ihnen und als rechte Randfigur ein nackter, nicht bärtiger Pan mit Doppelflöte. Zahlreiche, weitere Figuren sind im Hintergrund und zwischen den genannten Figuren angedeutet. Auf der Rückseite zentral eine hinter einem Altar mit Ziegenkopf opfernde Mänade; rechts und links von ihr jeweils zwei von ihr fortstrebende, muszierende Mänaden; neben der rechten Mänade eine Hüftherme des Priapus. Unter dem rechten Löwenkopf ein kleiner Satyrknabe mit Ziege. Eine zur Wannenrundung gedrehte, musizierende Figur mit Doppelflöte bildet die rechte Randfigur. Unter dem linken Löwenkopf befindet sich ein Panther und ein Gefäß. Die linke Randfigur ist ein nachts rechts laufender, aber den Kopf zur Wannenrundung wendender, gänzlich nackter Satyr mit einem Pedum in den Händen. Auf der rechten Wannenrundung wird die Szene neben dem nackten Pan mit Doppelflöte auf der Sarkophagfront von einem bärtigen Silen, der mit einer Schlange in der rechten und einer Ziege in der linken Hand nach rechts springt, fortgesetzt. Auch er trägt Kleidung und Attribute des bacchischen Schellenmannes. Zwischen seinen Beinen richtet sich ein Panter auf. Daneben hält ein kleinerer Satyr einen gegen ihn anspringenden Ziegenbock zurück. Hinter diesen beiden Figuren tänzelt ein nackter Satyr nach rechts und wendet sich dabei nach hinten, um Wein aus einem Gefäß (Rhyton) zu vergießen. Die rechte Randfigur der Wannenrundung bildet eine auf Zehenspitzen tänzelnde Mänade, die den Thyrsos auf den Schultern balanciert. Nach dem nackten, bärtigen Silen mit Cithara auf der Sarkophagfront schließt sich ihm links auf der linken Wannenrundung eine nach links, auf Zehenspitzen tänzelnde Mänade an. Zusammen mit einer ekstatisch tanzenden Mänade auf der linken Seite der Wannenrundung rahmt sie einen bocksbeinigen und Syrinx spielenden Pan mit Ziegenohren. Unter seinem Beinen befindet sich eine weitere cista mystica mit einer aus ihr empor steigenden Schlange.
 

Provenienz

Institution:
Ort:
Datierung: 
1589 - 1592
Anmerkung: 
Rom, "hortis Farnesii transtiberinis": Bibl. Angelica Ms. 1564, Fol. 4 r, BAV, Vat. Lat. 10545, Fol. 32 v und BnF, NAL 2343, Fol. 45 r nach Philips van Winghe, der von 1589 bis 1592 in Rom weilte (Schuddeboom: Philips van Winghe (1560 - 1592). En het ontstaan van de christelijke archeologie, Leiden 1996, S. 38, 53).
Datierung: 
1905 - 1983
Anmerkung: 
1905 von William Waldorf Astor für Hever Castle erworben und am 12. Juli 1983 bei Sotheby's London an das Allard Pierson Museum weiterverkauft (Bober, Rubinstein 2010, S. 132).

Nachweise

Bibliographie:
Bober, Rubinstein 2010, S. 132, Kat.-Nr. 86
 
Claridge, Dodero 2022, Bd. 3, S. 1243-1245, Kat.-Nr. 833
 
Wrede 2024, S. 428-431, Kat.-Nr. 186, 186a
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