Medusenhaupt
Lokalisierung
Anmerkung:
Calle Granada 9; mittig in der Gebäudefassade angebracht
Herstellung
Datierung:
69 n. Chr. - 96 n. Chr.
Klassifikation und Beschreibung
Beschreibung:
Kolossaler weiblicher Kopf im Relief. Das Gesicht ist breit, gerundet und sehr expressiv. Die schmale, langgezogene Stirn wölbt sich über den Augenbrauenbögen, die eine flache Vertiefung im Zentrum flankieren. Die stark geschwungenen Augenbrauen ziehen sich von den Schläfen bis zum Nasenansatz und beschatten die mandelförmigen Augen mit hervortretendem Augapfel, die von klar abgegrenzten Lidern gerahmt sind. Die Nase ist breit, der Mund groß mit fleischigen Lippen. Das Kinn ist rundlich und hervortretend; die Wangen sind glatt, ohne Betonung der Jochbeine. Der Kopf ist von einer dichten Haarmasse bedeckt, die von einem Mittelscheitel aus in zwei Hälften gegliedert ist und aus kräftigen, abgerundeten Strähnen besteht, deren Enden eingerollt sind.
Quelle:
Ruiz 2025
Erhaltungszustand:
Der Rand des Stückes ist vom Fassadenputz überdeckt und gegenüber der Wandfläche leicht eingetieft, was darauf hinweist, dass die Fassade mehrfach neu verputzt wurde, nachdem der Kopf eingemauert worden war. Das Objekt scheint nach seiner Zweitverwendung entlang der Kontur des Kopfes beschnitten worden zu sein. Es weist starke Beschädigungen an Nase, Mund und linker Wange auf. Gesichtszüge und Haarsträhnen scheinen in der Neuzeit nachbearbeitet worden zu sein.
Quelle:
Ruiz 2025
Provenienz
Datierung:
1/1/1550
Anmerkung:
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts an der Fassade eines Gebäudes in der Calle Granada dokumentiert, vermutlich desselben Gebäudes, an dem sich das Stück auch heute befindet
Allgemeiner Kommentar
Kommentar:
Aufgrund seiner Merkmale und Dimensionen handelt es sich bei diesem Kopf mit Sicherheit um das zentrale Emblem eines Clípeus. Das Gesamtbild erinnert an die vollständigere Darstellung des Jupiter Ammon, doch ist eindeutig, dass hier nicht diese Gottheit, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit Medusa dargestellt ist. (Ruiz)
Nachweise
Bibliographie:
Julio C. Ruiz, Tarragona (Provincia de Tarragona, Hispania Citerior), Tarragona 2025 (Corpus Signorum Imperii Romani, Bd.1, Hef.10), S. 64-65, Kat. Nr. 46, Taf. XII, 4 (im Druck)
