Reliefbüste der Lucretia [neuzeitlich]
Lokalisierung
Sammlung:
Inventarnummer:
2584
Sammlungseingang:
Unbekannt; 1884
Herstellung
Anmerkung:
Feinkörniger weißer Marmor mit gelblicher Patina und geringer Transluzenz (makroskopische Charakterisierung: Luni-Carrara).
Klassifikation und Beschreibung
Beschreibung:
Rechteckige Platte, in deren Innerem eine weibliche Büste innerhalb eines profilierten Clipeus dargestellt ist. Es handelt sich um eine junge Frau, deren Kopf sich über einem langen, kräftigen Hals erhebt; ihr langes, offenes Haar breitet sich über den Hintergrund des Reliefs aus. Sie trägt ein Gewand mit trapezförmigem Ausschnitt, dessen oberer Rand mit Girlanden und Blumen verziert ist. In der rechten Hand hält sie einen Dolch, den sie sich zwischen die Brüste stößt. Dieser Umstand erlaubt die Identifizierung der Darstellung als Lukrezia im Moment ihres Selbstmordes nach der Vergewaltigung durch Sextus Tarquinius.
Quelle:
Ruiz 2025
Erhaltungszustand:
Weitgehend vollständig erhalten, jedoch mit schweren Beschädigungen am Rand der Platte, am Clipeus und an der Büste. Das Gesicht ist stark erodiert.
Quelle:
Ruiz 2025
Abmessungen:
Clipeus, D: 47 cm
B: 61,00 cm, H: 52,00 cm, T: 22,00 cm
Provenienz
Datierung:
1572 - 1884
Anmerkung:
Seit 1572 belegt; eingelassen in die Wand des Vorraums des herrschaftlichen Hauses, bekannt als „Casa Castellarnau“ (Calle Cavallers 14).
Allgemeiner Kommentar
Kommentar:
Das Stück, das von den älteren Gelehrten als römisch angesehen wurde, ist in Wirklichkeit in die Renaissancezeit zu datieren, eine Epoche, in der sich diese Ikonographie großer Beliebtheit erfreute und die in Tarragona durch weitere zeitgenössische Werke belegt ist.
Nachweise
Bibliographie:
Julio C. Ruiz, Tarragona (Provincia de Tarragona, Hispania Citerior), Tarragona 2025 ( Corpus Signorum Imperii Romani, Bd.1, Hef.10), S. 381-382, Kat. Nr. 693, Taf. CXXXVII, 4 (im Druck)
